Final Fantasy XV – Hochgelobt! Was steckt drin?

Unsere Konsoleros freuen sich bereits: Final Fantasy XV ist für XBOXone und PS4 erschienen und setzt eine sagenhafte Rollenspielreihe fort, die Square Enix bereits im zugehörigen Film Final Fantasy XV: Kingsglaive angerissen hatte. Nach sehr langer Entwicklungszeit erwartet man von Square Enix natürlich ein Meisterstück, die ersten Hardcore-Gamer sind mit ihren Tests bereits durch und wir fassen die Ergebnisse der XBOXone und PS4 Versionen, die sich grundsätzlich nur in Preis und Bundlegimmicks unterscheiden, kurz zusammen.

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Zur Story von Final Fantasy XV:

Final Fantasy XV spielt in der Welt Eos und knüpft direkt an den auf Blue-Ray erschienenen Film „Final Fantasy XV Kingsglaive“ an. Hauptcharakter ist der junge Prinz Noctis, der gerade in die Hauptstadt unterwegs ist um noch rechtzeitig zu seiner Hochzeit zu erscheinen. Begleitet wird er dabei von seinen Kumpanen Ignis, Prompto und Gladiolus. Während einer Autopanne sucht, die wie eine Boyband anmutende truppe, Hilfe in einer Werkstatt und erfährt dort, das die Hauptstadt vom bösen Imperium Niflheim angegriffen wurde. Dabei wurden natürlich, wie in diesem Genre üblich, mächtige Artefakte entwendet, ein mächtiger Ring, ein Kristall und sämtlicher Kram, den ein Weltenzerstörer dieser Tage braucht, um das Ende unserer Zivilisation einzuläuten.

Die Aufgabe für Prinz Noctis steht fest: Artefakte wiederbeschaffen, die Welt Eos retten, das Böse besiegen und eventuell nebenbei noch heiraten. Die Reise beginnt!

 

In der sich auf 14 Kapitel erstreckenden Story könnt ihr zahlreiche Nebenquest und Abenteuer absolvieren. Die Welt ist bereits zu Beginn sehr frei begehbar, was dem Spieler hier sehr viel Raum für Entscheidungen lässt. Anders sieht es da schon bei der Genre-typischen Charakterentwicklung, dazu später mehr. Das Reisen durch die Welt von Eos geht bequem per Automobil, das allerdings eigenständig fährt und den Spieler nur entscheiden lässt, in welche Richtung an einer Kreuzung abgebogen wird. Ähnlich dürft ihr den weiteren Handlungsverlauf auch beeinflussen, wenn ihr in Gesprächen mit NPCs Entscheidungen treffen und eine von verschiedenen Multiple Choice Antworten geben müsst.

Völlig im Dunkeln tappen muss der Spieler allerdings nicht: In Städten und Dörfern finden sich sogenannte „Tippster“, NPC’s welche euch mit allerlei nützlichen Infos und Nebenquests versorgen. Quests folgen dabei immer einem Muster, das jedem RPGler bekannt sein dürfte: Töte dies, beschaffe jenes…usw! Nach einer Weile werden die Nebenaufgaben also etwas eintönig. Spaß macht dabei nur das Kämpfen selbst, denn nicht wie in den FF-Titeln vergangener Tage üblich, mit ATB und Rundenkämpfen, sondern mit Actionbattles in Echtzeit möchte Square Enix in Final Fantasy XV punkten. Das passt zum Rest des Spiels, auch wenn die überfrisierten Charaktere in der Spielwelt etwas deplaziert wirken, so macht das Kampfsystem Sinn, indem man sich in DMC Art durch Gegner schnetzelt, seinen Mitstreitern Befehle gibt und per Tastendruck gewaltige Kombos oder sogenannte Warpattacken ausführt, die unter bestimmten Bedingungen dem Spieler zur Verfügung stehen und verheerenden Schaden verursachen. Per freier Zielerfassung könnt ihr mit euren Mitstreitern spektakuläre Kombos durchführen und so einem Gegner nach dem anderen das Licht ausknipsen. Gladiolus und Co. sind aber nicht nur Kampfgefährten, sondern bringen auch ihre ganz eigenen, speziellen Fähigkeiten mit, wie beispielsweise flächendeckender Schaden oder Gegneranalyse, oder Ausweichmanöver und Truppstärkungsbuffs durch Items.

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Charakterentwicklung:

Die Charakterentwicklung in Final Fantasy XV wurde extrem auf Diät gesetzt. Nach dem Sammeln von genügend EXP-Punkten steigen eure Helden im aufgeschlagenen Zeltlager Stufen auf und verbessern sich.Auch bei der Ausrüstung wurde gespart: 4 verschiedenen Klamottensets pro Charakter und bis zu 3 Schmuckslots müssen ausreichen. Zauber werden quasi „gebastelt“ und in Waffen eingesetzt um eure Angriffe zu verstärken. Nach und nach ergeben sich weitere Möglichkeiten, euren Charakter zu verbessern, im Grunde genommen beläuft sich dies jedoch immer auf Werte wie die Angriffsenergie, Kombo-Fähigkeiten oder magischen Fertigkeiten eurer Truppe. Crafting ist leider Fehlanzeige, Mechaniker Cid in der Werkstatt kann euch lediglich ein paar Verstärker für eure Ausrüstung zaubern, ansonsten müssen Noctis und Co. mit dem auskommen, was sie haben…oder nicht haben!

Kritik in ersten Tests:

Hart kritisiert werden die teilweise sinnbefreiten Fights wie zum Beispiel gegen den Leviathan, bei dem ein einfaches Draufhämmern genügt, um ihn ihn die Knie zu zwingen. Ebenso vermissen eingefleischte FF-Fans einen Oberbösewicht, die dunkle Bedrohung verkörpert durch einen Sephiroth beispielsweise (FFVII) oder einen Sin (FFX). Bei Final Fantasy XV treffen diverse Welten aufeinander, es fehlt auch an alten, gekerbten Spielfiguren, welche die Flippigkeit der Hauptprotagonisten aufwiegen. Der Rollenspielanteil ist im Allgemeinen für ein Final Fantasy zu gering. Ebenso bemängelt werden extreme Ruckler ab einem bestimmten Kapitel, in freier Wildbahn oder in Städten und auch, das mit den Rendersequenzen gespart wurde, kommt im Ganzen nicht wirklich gut an, wo jene doch in jedem Final Fantasy Teil zum Weiterspinnen der Story unabdingbar waren.

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Fazit:

Final Fantasy XV ist ein gelungener Titel von Square Enix, der aber bei weitem die doch recht lange Entwicklungszeit keinesfalls rechtfertigt. Zuviele technische Mängel, fehlende Features und diverse Ungereimtheiten tun dem ohnehin gewagten Setting nicht unbedingt gut. Final Fantasy XV sieht optisch dennoch sehr gut aus, ist schneller und actiongeladener als seine Serienverwandten, ein Epos im Genre wird es allerdings leider nicht und an eine Atmosphäre und an eine Story wie damals ein Final Fantasy VII sie mitbrachte, reicht es unserer Meinung nach nicht heran. Es fehlt die Liebe zum Detail und es wirkt, als hätte der Titel einfach nur fertig werden müssen. Da hätten wir lieber nochmal ein paar Jahre gewartet.

 


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